Tim Huß

Tim Huß

Mein Darmstadtgefühl ist die Vertrautheit mit einer Stadt, die ich kenne und die mich kennt. Hier bin ich geboren, mit Woogswasser getauft, habe im Ostwald die Natur kennen und in den Darmstädter Kneipen das urbane Leben lieben gelernt. Ich habe die Elly-Heuss-Knapp-Schule und die Edith-Stein-Schule besucht, mein Studium an der TU Darmstadt absolviert und danach dort gelehrt. Schon als Kind waren Radtouren zur Darmbachquelle oder Fußball spielen auf der Lichtwiese, alte Skistöcke waren die Tore, auf der Tagesordnung. Heute genieße ich immer noch die Sommer am Woog, gehe in jedem Park und Wald spazieren – vom Eberstädter Wald bis zu den Ackerflächen im Norden – und bin stolzer Besitzer von Dauerkarten für die erste und zweite Mannschaft der Lilien, der einzig wahre Sportverein eben.

Ich bin studierter Friedens- und Konfliktforscher. Neben meiner Tätigkeit als Universitätsdozent habe ich in der internationalen Entwicklungs-Zusammenarbeit gearbeitet. Ein Arbeitsgebiet, bei dem einem schnell klar wird, wie weit Konzeption und Umsetzung von den gelebten Wirklichkeiten entfernt sein können. Zurzeit arbeite ich als Berater und Moderator bei dem europaweit führenden Unternehmen für Bürgerbeteiligung. Meine Schwerpunkte sind Dialogmaßnahmen rund um die Energie- und Mobilitätswende, vor allem konzentriere ich mich auf den Ausbau von Schienen- und Stromtrassen. Das klingt schon um einiges konkreter, würde die eine oder der andere sagen. Wenn du aber etwas mit deiner Arbeit verändern willst, ob beruflich oder politisch, dann habe ich eins gelernt. Egal wie gut deine Idee ist: Es geht darum, die Betroffenen mitzunehmen – ob in Deutschland oder auf der Welt.

Ich bin ein Entwickler, im übertragenen Sinne. Ich will Dinge voranbringen, besser und gerechter machen. Ich arbeite unheimlich gerne mit Menschen an gemeinsamen Zielen. Und ich versuche, verschiedene Perspektiven, Interessen und Meinungen zu einer gemeinsamen Linie zusammenzuführen. Dialog hilft bei der Gestaltung unserer Zukunft. Dann erst entsteht echte und nachhaltige Entwicklung.

 

So schön Darmstadt auch ist, das Potenzial dieser Stadt ist noch lange nicht ausgeschöpft. Hier leben viele kreative und kluge Menschen, die tolle Antworten haben. Sie werden nur nicht gehört. Die ehemalige Zukunftsstadt Darmstadt ist in den Rankings abgestürzt. Ich will, dass Darmstadt eine wirkliche Zukunftsstadt wird – nicht auf Papieren, sondern im Alltag der Menschen. Das heißt höhere Wohnhäuser, knallgrün und voller Wohn(t)räume. Das heißt die modernsten Schulen des Landes, voll digital ausgestattet mit viel Raum für Entfaltung. Das heißt eine hochinnovative Verkehrspolitik, die die Chancen der Digitalisierung nutzt und den öffentlichen Raum vom Blech befreit, ohne die Mobilität des Einzelnen einzuschränken. In einer echten Zukunftsstadt können Menschen gut von ihrer Arbeit leben. Erzieher*innen und Pflegekräfte gehören zu den anerkanntesten Berufsgruppen. Jung und Alt leben harmonisch zusammen und profitieren voneinander. Und auf dem Amt finden alle die Hilfe, die sie suchen − ob analog oder digital.

Neben Darmstadt liebe ich die Berge. Ich gehe unheimlich gerne wandern, auch allein. Beim Klettern sammele ich gerade noch Erfahrung. Es gibt kein schöneres Gefühl, nach einem anstrengenden Aufstieg endlich auf dem Gipfel angekommen zu sein, die kalte, klare Luft einzuatmen und diese unvergleichliche Stille und innere Zufriedenheit zu spüren.

„Egal wie gut deine Idee ist: Es geht darum, die Betroffenen mitzunehmen.“